3. Darmstädter Tagung gegen Antiziganismus

Darmstadt, 30. November 2015

Gemeinsame Pressemitteilung der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des Verbands Deutscher Sinti und Roma Hessen

 

Oberbürgermeister Jochen Partsch eröffnet 3. Darmstädter Tagung gegen Antiziganismus am 8. Dezember zum Thema „Bilder und Vorurteile als Grundlage für Ausgrenzungen und Verfolgungen von Sinti und Roma“

Denkmal zur Erinnerung an die Deportation der Darmstädter Sinti nach Auschwitz vor dem Justus-Liebig-Haus. © Wissenschaftsstadt Darmstadt/ Eva Bredow-Cordier
Vor wenigen Tagen haben Unbekannte das 2012 in Berlin errichtete Denkmal für die von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Sinti und Roma geschändet, indem sie ein Hakenkreuz und das Wort „Vergasen“ am Eingangsbereich anbrachten. Auch das Darmstädter Denkmal Denkzeichen Güterbahnhof, das an die Deportation der Darmstädter Juden und Sinti erinnert, wurde in den vergangenen Jahren bereits zweimal mutwillig beschädigt.

„Diese Vorfälle – wie auch die anhaltende Hetze auf Pegida-Demonstrationen gegen sogenannte Armutsflüchtlinge – zeigen den weiterhin grassierenden Rassismus gegen Sinti und Roma in unserer Gesellschaft. In Darmstadt dürfen wir Diskriminierung und Ausgrenzung nicht zulassen“, erklärt Oberbürgermeister Jochen Partsch.

„Der Antiziganismus ist die am weitesten verbreitete gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft. Um die jahrhundertealten „Zigeunerbilder“ als Vorurteile zu entlarven und ein menschliches Miteinander zwischen den oftmals seit vielen Jahrhunderten hier beheimateten Sinti und Roma und der Mehrheitsgesellschaft zu ermöglichen, ist und bleibt Aufklärungsarbeit dringend nötig“ ergänzt Rinaldo Strauß vom Hessischen Landesverband der deutschen Sinti und Roma.
Vor diesem Hintergrund veranstaltet der Verband Deutscher Sinti und Roma (Landesverband Hessen) am 8. Dezember ab 10 Uhr die dritte Darmstädter Tagung gegen Antiziganismus im Justus-Liebig-Haus, Große Bachgasse 2, die vom Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch eröffnet werden wird. Kooperationspartner ist die Studierendenvertretung (AStA) der TU Darmstadt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Neben der Vorstellung der neuen mobilen Ausstellung des Verbands, die sich in erster Linie an Bildungsinstitutionen richtet, stehen Workshops mit Antiziganismus-Forscherinnen – und Forschern sowie eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der Landtagsfraktionen und Bürgerrechtlern auf dem Programm.

Programm als pdf-Datei