Wiesbadener Kulturwochen gegen Antiziganismus vom 29. Mai bis 22. Juni 2018

Am 8. März 2018 jährt sich die Deportation der Wiesbadener Sinti nach Auschwitz zum 75. Mal. Vom 29. Mai bis zum 22. Juni 2018 veranstaltet der Hessische Landesverband der deutschen Sinti und Roma gemeinsam mit zahlreichen KooperationspartnerInnen erstmals „Kulturwochen gegen Antiziganismus“ in der Hessischen Hauptstadt.

Beteiligt an den Kulturwochen sind neben dem Stadtmuseum am Markt das Kulturamt und das Stadtarchiv der Landeshauptstadt, das Aktive Museum Spiegelgasse, Demokratie leben in Wiesbaden, Gegen Vergessen – für Demokratie Südhessen, der DGB Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus, die Volkshochschule Wiesbaden, die Jugendinitiative Spiegelbild sowie weitere Kooperationspartner.

Programm und Terminübersicht der Kulturwochen:

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Schulwettbewerb in Gießen und Gedenken in Marburg

Am 16. März wurden in Gießen die Ergebnisse des Schulwettbewerbs zur 75. Jahrestag der Deportation der Gießener Sinti feierlich präsentiert.

Der Schulwettbewerb der Universitätsstadt Gießen zum Thema Antiziganismus war aus Sicht des Landesverbandes ein voller Erfolg. SchülerInnen von insgesamt vier Schulen haben an dem Wettbewerb teilgenommen.

Im Vorfeld wurde den Schulen Lehrmaterial des Landesverbandes zur Verfügung gestellt. Der Landesverband hat auch in Führungen durch unsere mobile Ausstellung Der Weg der Sinti und Roma, die für knapp zwei Wochen bereits im vergangenen Herbst im Gießener Rathaus zu sehen war, die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema vertiefen können.

Die Schüler haben, teilweise in schulübergreifenden Projekten, sehr anschaulich dargestellt, wie Vorurteile zu Ausgrenzung, Ausgrenzung zu Diskriminierung, Diskrimierung zu Übergriffen und schließlich zu einem Völkermord führen können. Die Arbeiten der Schüler machen eindrucksvoll deutlich, dass jeder Mensch ein Recht auf Leben hat.

Mobile Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“

Am 23. März fand das Gedenken der Universitätsstadt Marburg an die Deportation der Marburger Sinti vor 75. Jahren statt. Der Landesverband hielt anlässlich der Eröffnung der Ausstellung Der Weg der Sinti und Roma im Marburger Rathaus ein Grußwort. Dr. Udo Engbring-Romang führte in seinem Vortrag in die von ihm verfasste Ausstellung ein. Die Ausstellung war bis zum 4. April im Rathaus zu sehen.

Gedenken in Darmstadt zu den Deportationen

Am 15. März gedachte die Wissenschaftsstadt Darmstadt gemeinsam mit dem Landesverband, der Jüdischen Gemeinde, der Initiative Denkzeichen Güterbahnhof und Bündnissen gegen Rechts in Südhessen der rassistischen Verfolgung von Juden, Sinti und Roma während der Nazizeit. Der Anlass war der 75. Jahrestag der Deportation der Darmstädter Sinti.

Maria Strauß hielt das Grußwort für den Landeverband, Oberbürgermeister Jochen Partsch sprach für die Wissenschaftsstadt Darmstadt und Daniel Neumann für die Jüdische Gemeinde Darmstadt. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Sunny Franz und Aaron Weiß begleitet.

Bilder: Renate Dreesen, Margit Sachse

Das Darmstädter Echo berichtete sowohl im Vorfeld als auch von der Veranstaltung ausführlich. Das Echo hat auch Ausschnitte aus Zeitzeugenberichten abgedruckt, die der Verband aufgezeichnet hat.

Die hessenschau des Hessischen Rundfunks hat am 15. März ausführlich berichtet: Bericht der hessenschau (ab Minute 15:20)

Wiesbadenener Gedenken zur Deportation vor 75 Jahren

Am 8. März gedachte der Landesverband gemeinsam mit der Landeshauptstadt Wiesbaden und der Wiesbadener Stadtöffentlichkeit der Deportation der Wiesbadener Sinti vor 75 Jahren.

Der Landesvorsitzende Adam Strauß hielt das Grußwort für den Landesverband, Oberbügermeister Sven Gerich sprach von Seiten der Landeshauptstadt Wiesbaden. Im Anschluss sprachen die Pfarrer Günter und Gras eine Ansprache. Musikalisch begleitet wurde das Gedenken vom Romeo Franz Ensemble.

Neben einem kurzen Bericht in der Hessenschau vom 8. März 2018 berichtete die Frankfurter Rundschau bereits im Vorfeld. Ein Bericht über die Gedenkveranstaltung ist auch im Wiesbadener Tagblatt erschienen.

Gedenken zum 27. Januar

Der Landesverband hat sich an mehreren Gedenkveranstaltungen anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar beteiligt.

Der Landesvorsitzende Adam Strauß nahm am landesweiten Gedenken im Hessischen Landtag teil.

Rinaldo Strauß war beim Gedenken der Wissenschaftsstadt in der Centralstation in Darmstadt anwesend, bei dem Schülerinnen und Schüler vom Schicksal der von den Nazis verfolgten Menschen erinnerten. Auch Darmstadts Oberbürgermeister Partsch beteiligte sich.

Rinaldo Strauß nahm auch am Gedenken des Allgemeinen Studierendenausschuss der Frankfurter Universität teil, gemeinsam mit Daniel Neumann, dem Direktor des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden Hessens, und Prof. Benjamin Ortmeyer, Leiter der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Uni Frankfurt.

Vortrag zum Auschwitz-Erlass

Am 7. Dezember 2017 hielt Herbert Heuß, wissenschaftlicher Leiter des Zentralrats deutscher Sinti und Roma, anlässlich des 75. Jahrestages des sog. Auschwitz-Erlasses durch Himmler einen Vortrag im Ludwig-Bergsträsser-Saal des Kollegiengebäudes.

Der Vortrag fand statt im Rahmen des Darmstädter Gedenkjahres 2017 in Kooperation mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Am 16. Dezember 1942 ordnete mit dem sogenannten Auschwitz-Erlaß der Reichsführer-SS, Heinrich Himmler, die familienweise Deportation aller Sinti und Roma aus dem Deutschen Reich nach Auschwitz-Birkenau an, darunter viele alte Menschen und Kinder. Bis 1945 folgten weitere Deportationen aus elf europäischen Ländern.  In seinem Vortrag beleuchtete Herbert Heuß die Vorgeschichte und Auswirkungen des Erlasses sowie die Vernichtungspolitik gegen Sinti und Roma während des Nationalsozialismus.

Der Vorsitzende Adam Strauß hielt das Grußwort für den Landesverband und Stadträtin Iris Behr begrüßte die Anwesenden von Seiten der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Hessen stärkt den Minderheitenschutz

Zum Staatsvertrag zwischen dem Land Hessen und dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma

Pressemitteilung

Wiesbaden und Darmstadt, 22.11.2017

Bild: Hessische Staatskanzlei

Am heutigen Mittwoch hat der Hessische Landtag erstmals einen Staatsvertrag mit dem Landesverband beschlossen. Hessen folgt damit als drittes Bundesland auf Schleswig-Holstein, wo die nationale Minderheit Deutscher Sinti und Roma seit 2012 Verfassungsrang besitzt, und auf Baden-Württemberg, dessen Landtag 2013 einen Staatsvertrag mit dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg abgeschlossen hat.

Der Staatsvertrag beinhaltet auch die Einrichtung eines gemeinsamen Gremiums zwischen Landesregierung und Verband, dessen Aufgaben die regelmäßige Evaluierung der Umsetzung der Ziele des Staatsvertrags und der Austausch über aktuelle Fragestellungen der Minderheit und der Mehrheit sind.

„Wir bedanken uns beim Land Hessen, dass es heute zur Unterzeichnung des Staatsvertrages kommt, für den wir lange Zeit gekämpft haben. Er bedeutet für uns eine Sicherheit, dass wir unsere wichtige Arbeit uneingeschränkt fortführen können, gerade in der heutigen Zeit, in der der Rechtspopulismus in unserem Land wieder an Zulauf gewonnen hat”, erklärte Adam Strauß, Vorsitzender des Landesverbandes, bereits am 6. September anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Wiesbaden.